2. März 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Österreich

Die Österreichische Ärztekammer widerspricht dem wirtschaftspolitischen Berater der Vertretung der EU-Kommission in Wien, Marc Fähndrich, der das Gesundheitssystem als „Schwachstelle“ Österreichs bezeichnet. Tatsächlich verfüge Österreich über eine exzellente medizinische Versorgung. Auch der Vorwurf Fähndrichs, wonach Österreich ein sehr teures Gesundheitssystem habe, stimmt so nicht. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt mit etwas mehr als 10 % im Mittelfeld mit vergleichbaren Staaten. Zudem würden die Pro-Kopf-Ausgaben Österreichs unter denen von Deutschland, Schweden oder Luxemburg liegen.  (ÖÄK, 02.03.2019)

Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen teilt die Kritik des Rechnungshofes an der schlechten Versorgungslage psychisch Erkrankter in Österreich. Zugleich begrüßt der BÖP den Vorschlag zur Erarbeitung eines neuen, übergreifenden Versorgungskonzeptes. Dass noch immer grundlegende Daten und Fakten über die Behandlung psychisch Erkrankter in Österreich fehlen und es z.B. noch immer kein einheitliches Vorgehen in der psychologischen Diagnostik und Therapie gibt, wird schon seit Jahren auch vom BÖP kritisiert. Während psychologische Behandlungen, Beratung und Diagnostik in Krankenanstalten bereits gut verankert sind, gibt es im niedergelassenen Bereich weiterhin massive Versorgungslücken. (BÖP, 02.03.2019)

Der Rechnungshof Österreichs fordert ein neues, gesamthaftes Konzept der Versorgung psychisch Erkrankter in Österreich und ein Überdenken bestehender Strukturen. Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen teilt diese Forderung und fordert dazu unbedingt die Einbeziehung aller gesetzlich verankerten und zur Therapie der Erkrankungen berechtigten „Psy-Berufe“ (Psychologen, Psychiater, Psychotherapeuten). (BÖP, 02.03.2019)

Die Ökonomie muss immer den medizinischen Erfordernissen folgen und nicht umgekehrt. Österreich ist jedoch nach wie vor zu sehr spitalslastig. Bedingt ist das auch durch den Umstand, dass noch immer viele Leistungen, die auch im extramuralen Bereich erbracht werden könnten, von den Sozialversicherungen nicht entsprechend honoriert werden oder gänzlich in deren Leistungskatalog fehlen. (Österreichische Ärztekammer, 02.03.2019)

Schweiz

Neue Daten zeigen Vorteile einer Kombination aus oraler und topischer Behandlung bei Patienten mit schwerer papulopustulöser Rosazea: Eine erste randomisierte klinische Studie zum Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit einer Kombination aus 40 mg Doxycyclin mit modifizierter Freisetzung und einer Creme mit 1 % Ivermectin mit einer ausschließlichen Gabe von Creme mit 1 % Ivermectin plus Placebo bei Erwachsenen mit schwerer papulopustulöser Rosazea ergab, dass nach 12 Wochen mehr als doppelt so viele Patienten „geheilt“ (100 % Läsionsfreiheit) sind. (Galderma, 02.03.2019)

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