18. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Die Entwicklung neuer Antibiotika gilt als wissenschaftlich anspruchsvoll und kostenaufwendig. Ihre Reservefunktion als Notfall-Antibiotika macht eine Refinanzierbarkeit schwierig. Dennoch forschen die Unternehmen der pharmazeutischen Industrie an resistenzverhindernden Wirkstoffen mit neuen Wirkmechanismen. Derzeit befinden sich mehrere Antibiotika-Kandidaten in der Entwicklung und im Zulassungsverfahren. (BPI – Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, 18.11.2019)

Antibiotikaresistente Bakterien. (Bild: BPI)

Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit in Besorgnis erregendem Ausmaß zu. (Cassella-med GmbH, 18.11.2019)

Menschen mit einer diagnostizierten Adipositas erzielen weltweit ein besseres Ergebnis bei der Gewichtsabnahme (definiert als 5 % oder mehr für die Dauer 1 Jahres) als solche, die nicht diagnostiziert wurden (42 % vs. 35 %). (Novo Nordisk Pharma GmbH, 18.11.2019)

Laut der ersten globalen “State of Snacking“-Studie von Mondelez International sagen 59 % der Befragten, dass Snacks in ihrem Leben einen höheren Stellenwert haben als „größere“ Mahlzeiten. Für 66 % der 18-38-Jährigen passen die kleinen, schnellen Mahlzeiten auch viel besser zum Lebensstil als ein komplettes Menü. Im globalen Vergleich wird auch immer um die gleiche Zeit ein Snack konsumiert, in Europa zumeist nach 15 Uhr. (Mondelez International, 18.11.2019)

Mandeln liefern 2 B-Vitamine (Niacin und Riboflavin) und Zink, die alle zur Erhaltung von normaler Haut beitragen. Zusätzlich sind sie reich an Vitamin E, das helfen kann, die Zellen vor oxidativem Stress durch Umweltverschmutzung, UV-Strahlung und anderen Umweltfaktoren zu schützen. Eine Handvoll Mandeln (28 g oder ca. 23 Stück) versorgt den Körper mit 60 % der täglich empfohlenen Menge des Antioxidans Vitamin E. Zusätzlich enthalten Mandeln viel Kupfer, das für die normale Haarpigmentierung eine Rolle spielt. Und laut einer Studie der University of California können Mandeln innerhalb von 4 Monaten die Faltenbreite und die Faltenstärke bei Frauen in der Postmenopause um 10 % und 9 % verringern. (Almond Board of California, 18.11.2019)

Europa

In Europa verursachen Antibiotika-resistente Bakterien jährlich etwa 33.000 Todesfälle. Der Europäische Antibiotikatag am 18. November soll daher das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit antibakteriellen Medikamenten schärfen. Bei nur leichten und wiederkehrenden Infekten gilt es, unnötige Antibiotika-Therapien zu vermeiden. … Setzen sich E. coli-Bakterien in der Blasenschleimhaut fest, können sie zu einer Blasenentzündung führen. Bei einer unbehandelten Zystitis können sogar bleibende Schäden an Nieren und Harnwegen entstehen. Antibiotika sind bei massiven Infektionen des Urogenitaltrakts daher oft die einzige Option. Ein besonderes Problem dabei sind die vielen unkomplizierten und auch wiederkehrenden Infektionen sowie der damit verbundene wiederholte Einsatz von Antibiotika. Dieser führt gemeinhin zu den monierten Resistenzen. Hingegen kann D-Mannose sowohl zur Prävention als auch zur unterstützenden Behandlung von Blasenentzündungen eingesetzt werden. (Cassella-med GmbH, 18.11.2019)

D-Mannose verhindert das Festsetzen von E. coli-Bakterien an der Blasenwand. (Infografik: Cassella-med GmbH)

Die EuroPN-Studie ist eine klinische Studie der Initiative United for Clinical Nutrition, welche die Ernährungsbilanz schwer kranker Patienten in etwa 100 Krankenhäusern aus 11 europäischen Ländern bewerten wird. UFCN möchte die Unterernährung in Krankenhäusern und deren schädigende Auswirkungen auf Patientenergebnisse bekämpfen. Krankheitsbedingte Unterernährung ist für Patienten mit negativen klinischen Folgen verbunden, einschließlich eines erhöhten Risikos für Infektionen, einer verlängerten Beatmung und einer längeren Verweildauer auf der Intensivstation. (Fresenius Kabi Deutschland GmbH, 18.11.2019)

Brennende, gereizte Augen, ein Fremdkörpergefühl oder Lichtempfindlichkeit sind typische Symptome für trockene Augen. Über 60 Mio. Europäer leiden an trockenen Augen, einer Krankheit, die von einem immer wiederkehrenden Aufreißen des schützenden Tränenfilms und übermäßiger Verdunstung der Tränenflüssigkeit gekennzeichnet ist. Die Ursachen für chronisch trockene Augen sind vielschichtig: Klimaanlagen, Trinkmenge, Bildschirmarbeit, kürzerer Schlaf, Freizeitbeschäftigungen vor dem Bildschirm und die daraus resultierende verringerte Blinzelfrequenz, Menopause, Augenoperationen, aber auch Medikamenteneinnahme zählen zu den häufigsten Ursachen. (Croma-Pharma GmbH, 18.11.2019)

Deutschland

Eine nicht zu unterschätzende Ursache für die Antibiotikaresistenzen ist auch der vielfach zu unkritische Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika. Diese sollten aber nur verwendet werden, wenn die Therapie unverzüglich begonnen werden muss. In allen anderen Fällen sollten Schmalspektrum-Antibiotika zum Einsatz gelangen. … Die Anzahl der Antibiotika-Hersteller hat in Deutschland in den letzten 10 Jahren um 28 % abgenommen. Denn wenn in Deutschland wie z.B. beim Antibiotikum Ciprofloxacin z.B. ein Festbetrag von 35 Cent gilt, dann ist es kein Wunder, dass es sich für die Antibiotika-Hersteller wirtschaftlich nicht mehr lohnt. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), 18.11.2019)

Vom Alltag abschalten und gut unterhalten werden sind die wichtigsten Beweggründe für den Besuch einer Spielhalle in Deutschland. Darüber hinaus ist für mindestens 6 von 10 Gästen die Erfahrung einer „klassenlosen Gemeinschaft“ in der Spielhalle wichtig. (Löwen Entertainment GmbH, 18.11.2019)

Infografik: Löwen Entertainment GmbH

Insgesamt steigen laut Studie die Ansprüche jüngerer Patienten an die medizinische Versorgung in Deutschland. Diese sind aus vielen anderen Branchen sog. On-Demand-Dienstleistungen gewohnt und übertragen diese Erfahrung tendenziell auch auf das Gesundheitswesen. (PwC Deutschland, 18.11.2019)

Depression und Suizidgefahr werden im Alter in Deutschland oft nicht erkannt. Dabei steigen beide mit dem Alter stark an, insbesondere bei Männern. Wegen des demografischen Wandels gewinnt das Thema zunehmend an Relevanz.(Stiftung Deutsche Depressionshilfe, 18.11.2019)

Österreich

Anlässlich des vom österreichischen Gesundheitsministerium ausgerichteten Symposiums zum Europäischen Antibiotikatag 2019 ermahnt Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl einen noch sorgsameren Umgang beim Einsatz von Antibiotika. Noch halte Österreich im internationalen Vergleich eine gute Position bei Antibiotikaresistenzen. (Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit; 18.11.2019)

In den ländlichen Gebieten Österreichs spitzt sichdie Versorgung mit Arzneimitteln weiter zu, zumal immer mehr öffentliche Apotheken außerhalb der Ballungszentren wirtschaftlich in Bedrängnis geraten. Die Österreichische Ärztekammer präsentiert daher im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Lösungsvorschläge gegen die Krise der Apotheken am Land. (Österreichische Ärztekammer, 18.11.2019)

Geht es nach der Wirtschaftskammer Wien, dann soll Österreichs Hauptstadt eine Metropole der Gesundheitswirtschaft werden. Schon heute sei ist die Gesundheitswirtschaft in Wien gut aufgestellt. Rund 500 Unternehmen würden mit 23.000 Beschäftigen einen Umsatz von 12 Mrd. € pro Jahr generieren. Einer der 6 Bereiche, auf die Wien strategisch im nächsten Jahrzehnt fokussieren wird, sei die Gesundheitswirtschaft. (Wirtschaftskammer Wien, 18.11.2019)

Die Proponenten der Wiener Initiative „Round Table Innovative Gesundheitswirtschaft“. (Foto: F. Wieser)

Demenz ist in Österreich ein brisantes Thema. Derzeit leiden daran rund 130.000 Menschen, doch bis 2030 dürfte die Anzahl auf rund 175.000 steigen und für 2050 wird gar eine Verdoppelung prognostiziert. (Österreichische Gesellschaft vom Goldenen Kreuze, 18.11.2019)

Laut einer Studie der MedUni Wien führt eine fettreiche Ernährung der Mutter im Gehirn von Ungeborenen lebenslangen „Modifikationen“. Mütterliche Organismen produzieren nämlich bei gesteigerter Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren ein Übermaß an körpereigenen Endocannabinoiden, die den fetalen Organismus überfordern und die Entwicklung gesunder Hirnnetzwerke einschränken. Das Ergebnis sind Pathologien wie ADHS, Schizophrenie oder Angststörungen. Es ist unwahrscheinlich, dass diese Schäden durch eine spätere Ernährungsumstellung rückgängig gemacht werden können. (MedUni Wien, 18.11.2019)

Liechtenstein

Die Resultate der Volksabstimmung in Liechtenstein über die Genehmigung eines Verpflichtungskredites für den Neubau des Landesspitals und die Genehmigung der Umwidmung des Vaduzer Grundstücks Nr. 2506 vom Finanzvermögen in das Verwaltungsvermögen erfolgt am 24.11.2019. Das Ergebnis kann anschließend im Internet auf www.abstimmung.li abgerufen werden. (Fürstentum Liechtenstein, 18.11.2019)

Bild: www.abstimmung.li / MHJ

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