17. September 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

In ihrer 72. Sitzung hat die WHO mit Sitz in Genf entschieden, den 17. September zum jährlichen Welttag der Patientensicherheit zu erheben. Seit 2015 schon hatte die Plattform Patientensicherheit zusammen mit ihren Partnern aus Deutschland und der Schweiz jeweils an diesem Tag alle Akteure im Gesundheitswesen aufgerufen, mit eigenen Aktionen zur Patientensicherheit beizutragen. (MedUni Wien, 17.09.2019)

1. Tag der Patientensicherheit u.a. Brigitte Ettl, Präsidentin der Plattform Patientensicherheit. (Foto: MedUni Wien / APA-Fotoservice / Hörmandinger)

Die Länder Osteuropas und Zentralasiens gehören zu den wenigen Regionen, in denen sich HIV weiter ausbreitet und in denen die Anzahl der Todesfälle durch AIDS in den letzten 20 Jahren gestiegen ist. Dort infizieren sich jeden Tag mehr als 400 Menschen mit HIV und 100 Menschen sterben an den Folgen von AIDS. (Gilead Sciences, 17.09.2019)

Europa

Die EU-Staaten haben 2018 rund 3.700 Fälle an das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) gemeldet. Bei Lebensmitteln waren Aflatoxine in Nüssen und Quecksilber in Schwertfisch die am häufigsten gemeldeten Probleme. (EU Kommission, 17.09.2019)

Der 17. September ist in diesem Jahr erstmals der Welttag der Patientensicherheit. Ziel dieses Aktionstages ist es, positive Veränderungen in der Versorgung anzustoßen. Ältere Notfallpatienten z.B. stellen Ärzteschaft und Pflegefachkräfte vor besondere Herausforderungen, denn sie unterscheiden sich in vielen Aspekten von jüngeren Patienten: Mit 52 % werden Patienten mit 65-70 Jahren bei der Triage, die bestimmt wie dringend der Behandlungsbedarf ist, deutlich öfter in eine der 3 höchsten Kategorien eingestuft als Patienten mit 16-64 Jahren (34 %). Und das, obwohl sie häufiger unspezifische Symptome angeben. Ein Grund dafür ist, dass bei älteren Menschen selbst schwere Erkrankungen oftmals nicht mit typischen Symptomen einhergehen, sondern zu einem verschlechterten Allgemeinzustand führen. Der Bedarf an interdisziplinärer Diagnostik steigt entsprechend. Dazu passt, dass in der Gruppe der Notfallpatienten von 65-70 Jahren die Zahl der Klinikeinweisungen mehr als doppelt so hoch ist wie in der Altersgruppe 16-64 Jahren. (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband, 17.09.2019)

Infografik: Deutscher Evangelischer Krankenhausverband

Weil die weibliche Fruchtbarkeit wegen der verminderten Anzahl und Qualität der Eizellen ab dem 35. Lebensjahr rapide abnimmt, sind in Europa mittlerweile gut 15 % aller Paare ungewollt kinderlos. (Southeastern Fertility Solutions, 17.09.2019)

Deutschland

Die von der WHO derzeit publizierten Zahlen zu Fehlerquoten und Sterbefällen durch medizinische Fehlbehandlungen sind nicht auf deutsche Krankenhäusern übertragbar. Deren Ursache wären eine zu strenge Hierarchie in vielen Einrichtungen, die dann zu einer inakzeptablen Fehlerkultur führe. In Deutschland ist ein adäquates Führungsverhalten vielmehr eine der wesentlichen Voraussetzungen zur Fehlervermeidung. (Verband der leitenden Krankenhausärzte, 17.09.2019)

Es ist recht leicht in Deutschland, beim Kauf von Medikamenten zu sparen. Da meistens mehrere Anbieter Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff anbieten, unterscheiden sich die Preise mitunter um sogar 50 %. Zwei Merkmale kennzeichnen den Markt für Arzneimittel. Er ist einerseits sehr stark standardisiert, andererseits hart umkämpft. Beides hat rechtliche Ursachen. Forschende Pharmaunternehmen, die neue Medikamente entwickeln und patentieren lassen, dürfen diese zunächst exklusiv vermarkten. Nach 20 Jahren läuft der Patentschutz jedoch ab. Dann steht es allen Unternehmen frei, das gleiche Präparat nach dem ursprünglich geschützten Verfahren herzustellen und zu verkaufen. Einzige Bedingung: Sog. „Generika“ dürfen in ihrer Bioverfügbarkeit, also in ihrer Wirkkraft, nicht mehr als 80-125 % vom Originalpräparat abweichen. Weil die für die Zulassung nötigen „Bioäquivalenzstudien“ sehr viel günstiger sind als die grundlegende Forschung, können Anbieter von Generika die Preise von Originalpräparaten oft deutlich unterbieten. Zusätzlich sinken die Preise für Arzneimittel dadurch, dass oft mehrere Generika-Anbieter miteinander um Marktanteile ringen. (Pepper Media Holding GmbH, 17.09.2019)

In deutschen Krankenhäusern bekommen pro Jahr rund 17 Mio. Patienten eine Narkose. Die Gefahr für gesunde Menschen dadurch einen lebensbedrohlichen gesundheitlichen Schaden zu erleiden oder sogar zu versterben, liegt bei 7 zu 1,000.000. (Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, 17.09.2019)

Bislang können Telemedizinzentren nicht mehr als 750 Patienten aus der Ferne betreuen, dabei wäre der Bedarf viel größer. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt Telemed5000 möchte erreichen, dass künftig jeweils bis zu 5.000 Patienten betreut werden können. (Hasso-Plattner-Institut (HPI), 17.09.2019)

Prostatakrebs ist mit jährlich etwa 60.000 Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland.  Bei jedem 6. Mann über 50 wird ein Prostatakarzinom festgestellt. Rechtzeitig entdeckt, beträgt die relative 5-Jahres-Überlebenschance bei über 90 %. Doch nur 1 Viertel der deutschen Männer nimmt das Angebot zur Krebsfrüherkennung wahr. (Astellas Pharma GmbH, 17.09.2019)

Bild: Astellas Pharma GmbH

Der Klimawandel macht in Deutschland bereits 38 % der Eltern Angst. Doch die größte Sorge (48 %) bleibt, dass das eigene Kind krank werden könnte. (pronova BKK, 17.09.2019)

pronova BKK

Der moderne, karriereorientierte Lebensstil hat für viele Deutsche ungewollte Folgen: Jedes 6. Paar bleibt kinderlos.  Doch sind viele Fertilitätsbehandlungen dagegen gesetzlich verboten, darunter die Eizellspende und die Leihmutterschaft. Viele Paare erwägen daher eine Leihmutterschaft im Ausland. (Southeastern Fertility Solutions, 17.09.2019)

Bisher wurden zur Fixierung von Knochenbrüchen vorrangig Implantate aus Titan verwendet. Dieses Metall ist jedoch ein Fremdmaterial für den Körper, woraus Schmerzen, Infektionen und auch ein Knochenabbau resultieren können. Um spätere Komplikationen und Probleme zu minimieren, müssen bzw. sollten die Metallimplantate nach Knochenheilung in einer Folgeoperation entfernt werden, die wiederum erhebliche Risiken für die Patienten von der Anästhesie über Nerven- und Gefäßverletzungen bis hin zu Infektionen nach sich ziehen kann. Nicht so jedoch mit den Magnesium-Implantaten aus Magnezix: Diese werden vom Körper nicht nur ab-, sondern zu Knochengewebe umgebaut – eine weitere Operation zur Entfernung ist überflüssig. Magnesium ist ein natürliches, essentielles Stoffwechselelement und für viele wichtige Funktionen im Körper (u.a. Knochenaufbau) unverzichtbar. Seine hervorragende Verträglichkeit ist klinisch geprüft und ausführlich wissenschaftlich belegt. Darüber hinaus wirkt es antibakteriell und kann helfen, Infektionen im Knochen zu verhindern. Experimentellen Untersuchungen zufolge kann Magnesium sogar Knochenkrebs potenziell wirksam vorbeugen. (Syntellix AG, 17.09.2019)

German Innovation Award 2019 u.a. mit Prof. Utz Claassen, CEO Syntellix AG. (Foto: Syntellix AG)

Laut Statischem Bundesamt sowie dem Robert Koch-Institut fallen pro Jahr in Deutschland knapp 1 Mrd. € an direkten (u.a. Operation, Versorgung) und indirekten (Behandlung von Infektionen, Arbeitsausfall usw.) Kosten im Zusammenhang mit Implantat-Entfernungen an. (Syntellix AG, 17.09.2019)

6,6 % der Tätowierten in Deutschland hatten durch ein Tattoo schon einmal gesundheitliche Probleme. 6,8 % würden ihr Tattoo auch bereuen, denn beim Tätowieren werden Schweißdrüsen geschädigt. Dadurch bildet tätowierte Haut sogar um die Hälfte weniger Schweiß als gesunde Haut. (Apotheken Umschau, 17.09.2019)

Ein Hingucker sind Tattoos aber allemal wie hier bei der Berliner Sängerin Jazzy Gudd und „The Voice of Germany 2015“. (Foto: SAT.1 / ProSieben / J. Koch)

72 % der deutschen Geschäftsreisenden haben schon einmal eine sog. Bleisure-Reise unternommen und dadurch Geschäftliches (Business) und Privates (Leisure) miteinander gekoppelt. Wer öfter als 3 Mal pro Monat beruflich unterwegs ist, macht zu 80 % von Bleisure-Reisen Gebrauch. (Deutscher Reiseverband, 17.09.2019)

Infografik: DRV

Österreich

6,6 % aller Österreicherinnen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Essstörung. Bei Essstörungen handelt es sich um ein komplexes Krankheitsbild, das viele Ursachen haben kann und oft chronisch verläuft. (sowhat – Institut für Menschen mit Essstörungen, 17.09.2019)

In Österreich sind in etwa 115.000 Menschen von demenziellen Erkrankungen betroffen, in Wien wird von 30.000 Betroffenen ausgegangen – Tendenz steigend. (Fonds Soziales Wien, 17.09.2019)

Manchmal ist bei der Geburt nicht eindeutig erkennbar, ob das Baby ein Bub oder ein Mädchen ist. Varianten der Geschlechtsentwicklung und seltene kindliche Hormonstörungen sind vom 19.-21. Sept. 2019 Thema beim Europäischen Kongress für pädiatrische Endokrinologie in Wien. (MedUni Wien, 17.09.2019)

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