14. November 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Zu den wichtigsten Ursachen von Diabetes zählen die Urbanisierung, eine alternde Bevölkerung, wenig körperliche Aktivität sowie Übergewicht. Die weltweite Prävalenz von Diabetes beträgt 9,3 % oder rund 465 Mio. Menschen. 90 % davon laborieren an Diabetes Typ 2. … Aus bislang unbekannten Gründen nimmt auch Diabetes Typ 1 zu. … Diabetes ist ein ernstes globales Gesundheitsproblem, deren zunehmende Prävalenz ein echter Grund zur Sorge. Wenn Diabetes unentdeckt bleibt oder unzureichend unterstützt wird, besteht das Risiko schwerer und lebensbedrohlicher „Komplikationen“ wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Erblindung und Amputation der unteren Gliedmaßen.   (International Diabetes Federation, 14.11.2019)

Bild: Ascensia Diabetes Care

Das offizielle Thema der International Diabetes Federation für den Weltdiabetestag 2019 lautet „Protect your Family“. Zu diesem Zweck veröffentlichte Ascensia 24 Videos, die die persönlichen Geschichten von Menschen mit Diabetes und den Familien erzählen, die sie unterstützen. Diese Geschichten spielen in 22 verschiedenen Ländern und bieten einzigartige Einblicke in die Art und Weise, wie Familien Menschen mit Diabetes im Alltag unterstützen. Mit der Erstellung und Weitergabe dieser Videos möchte Ascensia die Aufmerksamkeit auf die wichtige Rolle lenken, die Familien bei der Diabetesversorgung spielen. (Ascensia Diabetes Care, 14.11.2019)

Diabetes gilt als eine der großen globalen Gesundheitsbedrohungen des 21. Jahrhunderts. (Merck GmbH, 14.11.2019)

Infografik: Merck GmbH

Deutschland

55 % der Deutschen glauben irrtümlicherweise, dass sie Antibiotikaresistenzen nicht verhindern könnten. Das, obwohl schon 87 % von diesen gehört haben. Allerdings vermuten noch immer 36 % der Bundesbürger fälschlicherweise, dass Antibiotika auch Viren bekämpfen. Außerdem gehören angebrochene Antibiotika-Packungen definitiv in den Hausmüll und dürfen nicht für eine weitere Verwendung im Arzneimittelschrank gelagert werden. … Breitspektrum-Antibiotika sind gegen mehrere Bakterienarten wirksam. (Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), 14.11.2019)

Infografik: Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH)

Rauchentwöhnung, Programme für gesunde Ernährung, Arbeitssicherheit, dynamisches Sitzen in den Büros oder gegen Bewegungsmangel – Unternehmen können viele Maßnahmen ergreifen, um (1.) die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und (2.) Unfälle sowie arbeitsbedingten Erkrankungen vorzubeugen. Besonders effektiv sind die Angebote immer dann, wenn sie mehrere gesundheitliche Problemfelder abdecken. (IGA – Initiative Gesundheit und Arbeit, 14.11.2019)

Die deutsche Industrie für Medizintechnik könnte 2019 das 1. Mal die Marke von 32 Mrd. € Umsatz überspringen. (Industrieverband Spectaris, 14.11.2019)

Bis zum Jahr 2100 sind laut „The Lancet Countdown“ jährlich bis zu 5 zusätzliche Hitzewellen in Norddeutschland und bis zu 30 in Süddeutschland zu erwarten, wenn mit dem Ausstoß von Treibhausgasen so weiter gemacht wird wie bisher. Damit einhergehender Hitzestress und hohe bodennahe Ozonkonzentrationen können schwerwiegende Folgen für die menschliche Gesundheit haben. Dazu zählen u.a. Hitzschlag, Herzinfarkt und akutes Nierenversagen wegen Flüssigkeitsmangels. Auch die Gefährdung durch Infektionskrankheiten dürfte wegen des Klimawandels zunehmen. (Bundesärztekammer, 14.11.2019)

Mit rund 2.400 Menschen ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland erneut gesunken. Schnelltests auf HIV, Hepatitis C und Syphilis können in Beratungsstellen künftig auch ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt werden. So sieht es das neu beschlossene Masernschutzgesetz in Deutschland vor. (Deutsche Aids-Hilfe, 14.11.2019)

Österreich

Die Bezeichnung „Mediziner der Schule“ tauchte 1832 erstmals auf. Damit bezeichnete Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, abfällig Ärzte, die seiner Theorie nicht folgen wollten. Das von Homöopathen alsdann geprägte Wort „Schuldmedizin“ erhielt durch den Nationalsozialismus einen neuen und durchaus nachhaltigen Drive. (derStandard.at, 14.11.2019)

Bild: derStandard.at / MHJ

Laut der Studie „Pharma Forecast Austria 2023“ wird der erstattungsfähige Arzneimittelmarkt in Österreich bis 2023 jährlich real um durchschnittlich 1,5 % wachsen. Die Prognose zeigt auch, dass durch die Preissenkungen nach Patentabläufen ein Potenzial entsteht, mit dem die erwartbaren Mehrkosten für innovative Arzneimittel mehr als kompensiert werden können. Die Preiseffekte dürften bis 2023 insgesamt rund 944 Mio. € frei machen, denen dann Innovationen in der Höhe von etwa 454 Mio. € gegenüber stünden. (FOPI – Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie, 14.11.2019)

Die Auftraggeber der Studie „Pharma Forecast Austria 2023“ … (Foto: FOPI / APA-Fotoservice / Tesarek)

Die Zukunft der Pharmaindustrie wird 5 Bereiche umfassen: Datenauswertung, Diagnose, Medikamentenherstellung (Drugs), Devices bzw. Gesundheit-Apps sowie Digitalisierung. Pharmaunternehmen werden sich vom Medikamentenhersteller zu ganzheitlichen Gesundheitsunternehmen entwickeln. Diesen Ansatz der „5 D“ wird auch als sog. Integrated Care bezeichnet: Aus einer 360-Grad-Perspektive gilt als oberstes Ziel, den Menschen gesund zu halten. (Sanofi Aventis GmbH, 14.11.2019)

Podiumsgäste von Sanofi in der französischer Botschaft von Wien. (Foto: Sanofi / K. Schiffl)

150 Jahre Schularztwesen in Österreich. (BM für Bildung, Wissenschaft und Forschung, 14.11.2019)

Transgender-Personen haben das Gefühl, im falschen Körper zu leben. Sie können sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren. Eine körperliche Angleichung ist für die Betroffenen meistens der einzige Weg zu ihrer wahren Identität. Viele „Transgender“ nutzen dafür hormonelle und/oder chirurgische Therapien. In der Transgender-Ambulanz des AKH wurden 2018 über 700 Mann-zu-Frau- und 600 Frau-zu-Mann-Personen mit gegengeschlechtlicher Therapie kontrolliert. (Ärztekammer Wien, 14.11.2019)

Schweiz

Im Gesundheitswesen gewinnen Register mit verlässlichen Daten laufend an Bedeutung. Mit wachsenden Datenmengen steigt auch ihre Anzahl. Um zu einer guten Qualität der Register beizutragen, publizierten die Organisationen ANQ, FMH, H+, SAMW und unimedsuisse 2016 gemeinsame Empfehlungen für den Aufbau und Betrieb von Gesundheitsregistern. (H+ Die Spitäler der Schweiz, 14.11.2019)

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