13. September 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Tuberkulose führt die Liste der tödlichen Infektionskrankheiten weltweit an. Seit einigen Jahren stellen multiresistente Erreger eine ernsthafte Bedrohung dar. Zugelassen wurde Bedaquilin in Europa 2014 und war seit über 40 Jahren erstmals wieder ein gezielter neuer Wirkstoff zur Behandlung multiresistenter Tuberkulose. Die WHO hat Bedaquilin auf die Liste der unentbehrlichen Arzneimittel und in die globalen Leitlinien zur Behandlung der Tuberkulose aufgenommen. (Janssen-Cilag GmbH, 13.09.2019)

Deutschland

Eine Sepsis wird in der Öffentlichkeit häufig mit dem Begriff „Blutvergiftung“ gleichgesetzt. Tatsächlich ist sie die schwerste Verlaufsform einer Infektion, die innerhalb von wenigen Stunden in ein Multiorganversagen und zum Tod führen kann. Nach Aussage der Deutschen Sepsisstiftung versterben an diesem Krankheitsbild 77.000 Personen pro Jahr in Deutschland, viele Überlebende leiden an den Spätfolgen. Sepsis stellt damit die dritthäufigste Todesursache nach Herzkreislauferkrankungen und Krebs dar. 70 % der Sepsiserkrankungen entstehen außerhalb des Krankenhauses. (Asklepios Kliniken, 13.09.2019)

Weit über 50.000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses und müssen reanimiert werden. Rettungsdienste und Notärzte können nicht immer schnell genug bei den Patienten sein. Andererseits bleiben kaum fünf Minuten Zeit, um den Patienten vor Hirnschäden oder sogar dem Versterben zu bewahren. Deshalb müssen Laien helfen, indem sie einfach die Schritte „Prüfen, rufen, drücken“ aus der BDA/DGAI-Kampagne „Ein Leben retten“ umsetzen: „Prüfen“ durch Ansprache, ob der Patient bei Bewusstsein ist. Dann um Hilfe „rufen“ oder am besten den „Notruf 112“ wählen. Und schließlich „drücken“: Auf dem entblößten Oberkörper des Patienten die Hände mit verschränkten Fingern in der Mitte des Brustkorbs aufsetzen und 100 Mal pro Minute etwa 5 cm tief Richtung Wirbelsäule nach unten drücken. (Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), 13.09.2019)

Medikamente werden behördlich nur zugelassen, wenn ihr Nutzen die Risiken der Anwendung übersteigt. Dies wird vor der Zulassung mittels klinischer Studien ermittelt. Um das Sicherheitsprofil abzusichern, müssen nach der Markteinführung insbesondere noch unbekannte Risiken schnell erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Für das frühzeitige Erkennen solcher Risiken ist das Melden von Nebenwirkungen besonders wichtig. Dafür wurde ein staatliches Meldesystem eingerichtet, das alle Meldungen, die bei Behörden, Unternehmen, Ärzten oder Apothekern eingehen, prüft und unter Wahrung des Datenschutzes in der zentralen europäischen Datenbank EudraVigilance zusammenführt. (BPI, 13.09.2019)

Zurzeit leben in Deutschland geschätzt etwa 1,7 Mio. Menschen mit Demenz. In den nächsten Jahrzehnten wird diese Zahl weiter steigen: Bis zum Jahr 2050 wird derzeit mit bis zu 3 Mio. Bundesbürgern mit Demenz gerechnet. Aktuelle Studien zeigen, dass sich viele Bürger beim Thema Demenz schlecht informiert und unsicher fühlen. (Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege, 13.09.2019)

Ein Rauschen oder Pfeifen im Ohr stellt für immer mehr Menschen in Deutschland eine tägliche Belastung dar, die zu deutlichen Einschränkungen im Beruf und Alltag führen kann. Sie haben einen Tinnitus. (Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, 13.09.2019)

Wollen Gelegenheitsraucher mit einem Nikotinkaugummi das Verlangen nach der „Zigarette zwischendurch“ unterdrücken, sollten sie vorübergehend keine sauren Getränke konsumieren. Damit der Stoff aus dem Kaugummi freigesetzt wird, darf im Mund nämlich keine Säure vorhanden sein. (Apotheken Umschau, 13.09.2019)

Österreich

Der Leiter der Bundeswettbewerbsbehörde, Theodor Thanner, hatte jüngst dafür plädiert, die derzeit in Österreich geltende Regelung aufzuheben, dass zwischen Haus- und öffentlicher Apotheke zwingend 6 km Abstand sein müssen. (Österreichische Ärztekammer, 13.09.2019)

Fast 1 Mio. Menschen in Österreich pflegen ihre Angehörigen, aber oft nicht ganz freiwillig, denn viele Angehörige wissen gar nicht, welches Pflege- und Sozialangebot überhaupt besteht und welche Hilfeleistungen man in Anspruch nehmen kann. Drei diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Sozialarbeiterinnen aus dem Orthopädischen Spital Speising haben darum die Firma ZIP gegründet, die sich mit diesen Fragen beschäftigt. Das ZIP ist Teil des „Gesundheitsparks Wien-Speising“, eines Netzwerks unterschiedlicher Gesundheitsangebote rund ums Spital. (Orthopädisches Spital Speising, 13.09.2019)

Ema Piukovic, Judith Kral, Erika Jenisch gründeten ZIP. (Foto: Orthopädisches Spital Speising / J. Pree)

Melanom: B-Lymphozyten sind entscheidend für erfolgreiche Immuntherapie. In der Bekämpfung von Krebs liegt der Fokus seit einigen Jahren in der Entwicklung neuer immuntherapeutischer Verfahren, um körpereigene Abwehrstoffe zu nutzen. Dabei kommt den T-Lymphozyten eine wichtige Funktion zu, weil sie Tumorzellen erkennen und zerstören können. Die wissenschaftliche Forschung setzte daher maßgeblich bei der Aktivierung von T-Lymphozyten unter Immuntherapie an. Doch der Erfolg moderner Immuntherapien hängt essentiell vom Grad der Entzündung im Tumor ab.  Wiener Forschern gelang ein entscheidender Nachweis: spezifische Subtypen von B-Lymphozyten regulieren die Rekrutierung und Aktivierung u.a. von T-Lymphozyten im Melanom.  (MedUni Wien, 13.09.2019)

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