13. August 2019: Meldungen des Tages aus der Medizin

Welt

Die Welt muss die Art und Weise wie Lebensmittel erzeugt werden drastisch ändern. Wenn weiterhin der Regenwald für genmanipulierte Futtermittel gerodet wird, diese über die halbe Welt in die Tierställe transportiert werden, Böden überdüngt, Flüsse verseucht und der natürliche Lebensraum von Insekten vernichtet werden, dann haben unsere Kinder und Enkelkinder keine Zukunft mehr. Es geht dabei ums Überleben. Der Ernährung kommt im Kampf gegen Klimakrise und Artensterben eine absolute Schlüsselrolle zu. (Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens in Österreich, 13.08.2019)

Die Zahnpflege hat weltweit eine große Bedeutung. Für 8 von 10 Befragten ist sie sehr wichtig – für Frauen noch mehr als für Männer. Im einem Ländervergleich liegt Brasilien mit 96 % Zustimmung klar an 1. Stelle. Zur Zahnpflege benützen 80% eine klassischen Handzahnbürste. In Brasilien, Weißrussland, Russland, Chile, Kolumbien und Serbien sind es sogar 9 von 10 Befragten. Die Wichtigkeit der täglichen Verwendung von Zahnseide unterstreicht auch die Zahnärztin DDr. Anna-Maria Hansy-Janda. Nur rund der Hälfte der Menschen ist bewusst, dass die Zahnzwischenräume ein Drittel der gesamten Zahnoberfläche ausmachen. Mit 48 % als beliebt erweisen sich darüber hinaus Mundspülungen. (Marketagent.com, 13.08.2019)

Zahnärztin DDr. Anna-Maria Hansy-Janda, Lisa Patek und Thomas Schwabl (beide Marketagent.com) bei der Präsentation des weltweiten „Dental Report 2019“. (Foto: Marketagent.com)

Europa

Was sind die besten Ausbildungsmodelle für unsere Ärzte und wie kann man bei Menschen, die in der Medizin tätig sind „lebenslanges Lernen“ sicherstellen? Antworten auf diese Fragen werden beim Kongress der Association for Medical Education Europe vom 24.-28. Aug. 2019 in Wien gesucht, der sich mit der Qualitätssicherung und Verbesserung der medizinischen Ausbildung auseinandersetzt. (AMEE, 13.08.2019)

Deutschland

In der Debatte über den Pflegekräftebedarf in Deutschland weist der SPD-Politiker Karl Lauterbach darauf hin, dass es ein Überangebot an Krankenhäusern und gleichzeitig einen Fachkräftemangel gebe. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende erklärte, dass die hohe Krankenhausdichte in Deutschland ein Problem ist. Es sei natürlich völlig ausgeschlossen, dass es langfristig so viele Krankenhäusern geben kann. Dazu gibt es Deutschland weder das ärztliche noch das pflegende Personal. (Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), 13.08.2019)

Aus Sicht des SEKV ist eine Modernisierung der PPR dringend notwendig, um den Entwicklungen in der Pflege in den vergangenen 30 Jahren sowie den aktuellen Anforderungen an eine qualitativ hochwertige und sichere Patientenversorgung gerecht zu werden. Dazu müssen die vorhandenen Parameter aktualisiert und erweitert werden. So sind Anpassungen von Tätigkeiten und Aufgaben wie auch des Zeitaufwands notwendig, um den heutigen Krankenhausalltag in der Pflege realistisch abzubilden. Auch den Veränderungen durch das Pflegeberufegesetz muss in dem Instrument zur Pflegepersonalbemessung Rechnung getragen werden: So gilt es, die neuen Vorbehaltsaufgaben wie die Pflegediagnostik von Anfang an zu berücksichtigen. Zudem muss es sich bei dem neuen Instrument um ein lernendes System handeln, das flexibel und schnell anpassungsfähig ist. Nur so kann es die Veränderungen in der Pflege zeitnah und passgenau abbilden. (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband, 13.08.2019)

Österreich

Als „scheinheilig“ bezeichnet der Präsident der Österreichischen Ärztekammer den Vorstoß der Österreichischen Apothekerkammer, die sog. Aut-idem-Regelung für Apotheken einzuführen. Dabei werden Interessen der Patienten vorgeschoben, doch in Wahrheit geht es nur um finanzielle Vorteile für die Apotheken. … Die Aut-idem-Regelung besagt, dass Apotheken ein anderes als das vom Arzt verordnetes (wirkstoffgleiches) Arzneimittel abgeben dürfen. Jedoch ist die Problematik dabei: Der Wirkstoff von Originalpräparat und Generika ist zwar ident, Unterschiede gibt es aber in der Füllstärke und den Zusätzen. Niedergelassene Ärzte sind in Österreich ohnehin zu einer ökonomischen Verschreibweise angehalten und wenn dann ein (teureres) Originalpräparat verordnet wird, so geschieht das nicht ohne medizinischen Grund. (Österreichische Ärztekammer, 13.08.2019)

Für 88 % der Österreicher hat die Zahnpflege einen besonders hohen Stellenwert. Dabei erfreuen sich Rotationszahnbürsten in der Verwendung mit 38 % großer Beliebtheit. (Marketagent.com, 13.08.2019)

Nach einer Nierentransplantation können urologische obstruktive Komplikationen auftreten, die zu einer Harnabflussstörung und in weiterer Folge zu einem Transplantatversagen führen können. Solche Komplikationen sind u.a., eine Verengung des Harnleiters, eine undichte Stelle zwischen Harnleiter und Harnblase oder ein Bluterguss, der das Transplantat oder die ableitenden Harnwege „abdrückt“. Dies kann zwar normalerweise mittels Ultraschall entdeckt werden, aber in den ersten Monaten nach einer Nierentransplantation ist diese Untersuchung beim Aufspüren von Harnabflussstörungen nicht immer ausreichend aussagekräftig. Forschern der MedUni Wien ist es nun erstmals gelungen, die histologischen Merkmale einer Harnabflussstörung im Menschen zu beschreiben. (MedUni Wien, 13.08.2019)

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